Archiv 2012

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Minister Uwe Schünemann in Bersenbrück

Bericht aus dem Bersenbrücker Kreisblatt vom 04.03.2012

Bersenbrück. Boxen kann nützlich sein, wenn Jugendliche aus Einwandererfamilien ihren Platz im Leben suchen. Das erfuhren Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann und der Landtagsabgeordnete Clemens Lammerskitten bei einem Besuch im Bersenbrücker Berufsschulzentrum.

 

Fanden schlagkräftige Argumente für gute Integrationsarbeit : Paul Fleddermann (TuS Bersenbrück), Landtagsabgeordneter Clemens Lammerskitten, Erster Kreisrat Stefan Muhle, Innenminister Uwe Schünemann,

Die Bersenbrücker CDU hatte prominente Gäste. Ihr Vorsitzender Gerd Uphoff, Bürgermeister Harald Kräuter und Johannes Koop, Kandidat für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters, führten den niedersächsischen Minister für Inneres und Sport Uwe Schünemann, den Wallenhorster Landtagsabgeordneten Clemens Lammerskitten und den ersten Kreisrat Stefan Muhle geradewegs in die Sporthalle. Auf dem Programm stand das Boxtraining des TuS Bersenbrück.

Johannes Koop formuliert das Anliegen: „Wir wollen zeigen, wie Integration durch Sport gelingen kann und sich so Alteingesessene und Neubürger näherkommen können. Und gerade beim Boxen lernen die Sportler Disziplin, Verlässlichkeit und Fairness.“

Genau das ist auch das Anliegen von Abteilungsleiter Artur Fuchs und Übungsleiter Oleg Leis. Fuchs hatte vor Jahren als Schulsozialarbeiter der BBS Bersenbrück den Boxsport an der Schule implementiert und zudem Sportabende und -nächte angeboten. Viele Schüler russlanddeutscher Herkunft nahmen das Angebot gerne an, zumal Fuchs neben seiner Sozialkompetenz auch als ehemaliger zweifacher kasachischer Meister über ein enormes Fachwissen verfügt.

Dass seine Gruppe nun im hiesigen Sportverein als eigene Abteilung agiert, wertet er ebenso wie der erste Vorsitzende des Vereins Paul Fleddermann als ein Zeichen gelungener Integration.

Der Besuch aus Hannover konnte sich ein Bild davon machen, dass es sich um eine äußerst lebendige Abteilung handelt. Immerhin zählt sie 40 aktive Mitglieder im Alter von 8 bis 25 Jahren. Das beeindruckte auch Innenminister Schünemann: „Hier ist unmittelbar erfahrbar, dass sich die Vorurteile gegen den Boxsport nicht bestätigen und vielmehr ein wichtiger Beitrag für die Integration in die Gesellschaft geleistet wird.“ Er hob die Einbindung der Eltern hervor, von denen viele das Training von den Zuschauerrängen verfolgten.

Schünemann bilanzierte, dass am Beispiel Bersenbrück erkennbar sei, dass die 500000 Euro, die jährlich von der Landesregierung an den Landessportbund flössen, ebenso gut investiertes Geld seien wie die zusätzlichen Mittel aus der Lotto-Sportstiftung.

Thomas Kohne, Schulleiter der BBS Bersenbrück, zeigte sich mit dem bisher Erreichten zufrieden, äußerte für die Zukunft aber gleichzeitig einen Wunsch. Die gute schulische Sozialarbeit dürfe am Ende der Unterrichtszeit nicht aufhören. Seine Idee: „Ein Sozialarbeiter, der zur Hälfte von der Schule und zur anderen Hälfte von der Kommune oder vom Land bezahlt würde, könnte ganzheitlich arbeiten und eine kontinuierliche Betreuung über den Unterricht hinaus sicherstellen.“ Die Teilnehmer nahmen die Anregung wohlwollend zur Kenntnis.

CDU- und FDP-Abgeordnete besuchen Handwerkskammer Osnabrück-Emsland

„Die Konjunkturaussichten in der Region sind hervorragend“

Rund 10.700 Betriebe mit deutlich über 80.000 Mitarbeiten umfasst der Kammerbezirk der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland. Für den Arbeitskreis Wirtschaft von CDU und FDP-Landtagsfraktionen ist der Besuch bei dieser „Wirtschaftsmacht von nebenan“ daher ganz besonders wichtig – um Probleme und Stärken dieses wichtigen Wirtschaftszweiges zu erkennen und politisch entsprechend zu reagieren.

Kammerpräsident Peter Voss diskutierte daher gerne mit den Wirtschaftspolitikern um Arbeitskreissprecher Ernst-August Hoppenbrock (CDU) und dem Präsidenten des niedersächsischen Handwerkskammertages Karl-Heinz Bley (CDU) über aktuelle Anliegen seiner Kammer.

Eine wichtige Aufgabe für die Zukunft wird der Kampf gegen den Fachkräftemangel sein, was laut Voss verschiedene Entwicklungen erfordert: „Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, müssen wir alle Potenziale ausschöpfen. Kernelemente werden die Steigerung der Frauenerwerbsquote, eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und eine noch bessere Förderung von leistungsschwachen Schülern sein.“

Dem stimmten auch die Politiker zu: „Wir haben eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung für die Förderung schwacher Schüler – zumal diese auch mit schlechten schulischen Leistungen im Beruf durchaus gute Leistungen zeigen können!“ Zugleich wurde jedoch zwischen Politikern und Handwerkern auch deutlich, dass alle Leistungsschichten Perspektiven im Handwerk finden. „Wir müssen auch für die Abiturienten wieder interessant werden, denn auch für die bietet das Handwerk viele Wege mit hervorragenden Aussichten!“, so Voss.

Zum Abschluss des Gesprächs hatte der Präsident aber auch noch gute Nachrichten, die er den aus ganz Niedersachsen angereisten Landtagsabgeordneten mit auf den Weg gab: Der Geschäftsklimaindikator ist im Kammerbezirk immer noch auf einem enorm hohen Stand – zuletzt war er im Nachwendeboom so gut. Die Konjunkturaussichten in der Region sind also noch immer hervorragend.

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CDU- und FDP-Landtagsabgeordnete besichtigen VW-Standort auf dem ehemaligen Karmann-Gelände in Osnabrück

Volkswagen Osnabrück – eine politische Entscheidung mit wirtschaftlicher Vernunft

Als Christian Wulff 2003 Ministerpräsident wurde, war Karmann noch ein solventes Unternehmen, das einige Tausend Mitarbeiter beschäftigte. Wohl niemand hätte damals daran gedacht, dass im Jahr 2012 das Volkswagenzeichen das Bild in den ehemaligen Produktionsstätten des früheren Osnabrücker Cabrio-Spezialisten beherrschen würde.

Für Osnabrück und Umgebung jedoch war die Übernahme der Produktionsanlagen durch VW ein Glücksfall, wie auch der Arbeitskreis Wirtschaft von CDU- und FDP-Landtagsfraktionen bei seiner Besichtigung feststellte. Die Landtagsabgeordneten um Arbeitskreissprecher Ernst-August Hoppenbrock und die örtlichen Abgeordneten Anette Meyer zu Strohen und Gabriela König überzeugten sich selbst von der beeindruckenden Arbeit am neuen Osnabrücker VW-Standort.

Mittlerweile finden hier wieder 1800 Menschen aus Osnabrück und der Region Arbeit. Zu Hochzeiten von Karmann waren über 7000 Menschen am Standort beschäftigt, damals aber auch mit viel weniger automatisierten Produktionsprozessen. Personalleiter Thomas Franke ist deshalb froh, überhaupt schon wieder so viele Mitarbeiter anstellen zu können. Dabei kann er auf eine weiter steigende Tendenz verweisen, die gerade ehemaligen „Karmännern“ zugutekommt: Sie stellen rund 90% der jetzigen VW-Belegschaft in Osnabrück.

Die Politiker interessierte aber natürlich auch die Frage nach der Situation von den 350 Leiharbeitern, die im Werk Osnabrück eingesetzt werden. Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Gerhard Schrader konnte die Landtagsabgeordneten jedoch beruhigen. So kommen die Leiharbeiter bei VW Osnabrück alle von einer VW-eigenen Tochtergesellschaft. Darauf ist auch Betriebsrat Schrader stolz: „Bei uns wird ihnen ein ordentlicher Stundenlohn von 13,34 Euro pro Stunde gezahlt.“

In Osnabrück funktioniert zudem ein Leitgedanke, der eigentlich hinter der Leiharbeit steht: Der Personalaufbau wird ausschließlich über die ohnehin schon im Werk eingesetzten Leiharbeiter vollzogen. Wer also hier als Leiharbeiter tätig ist, hat also Chancen, auch in ein reguläres Beschäftigungsverhältnis bei VW übernommen zu werden.

Dabei weiß man in Osnabrück auch, dass die weit über 2000 Arbeitsplätze aus Stammbelegschaft und Leiharbeitern keine Selbstverständlichkeit sind. „Diesen Standort mit allen seinen Arbeitsplätzen haben wir vor allem Christian Wulff zu verdanken!“, so Schrader. Die Osnabrücker beweisen jedoch, dass dieser politischen Entscheidung auch wirtschaftliche Vernunft innewohnte, denn „natürlich müssen wir wirtschaftlich fertigen“. Wie leistungsfähig das Werk ist, bewies man bereits mit dem VW-Debüt, indem man das Golf-Cabrio in Rekordzeit konzipierte und so deutlich machte, dass Volkswagen Osnabrück für das Unternehmen auch wirtschaftlich ein Gewinn ist.

Eine Einschätzung, die man im Arbeitskreis der Regierungsfraktionen teilt. „Es ist schön zu sehen, dass sich der politische Einsatz für das Werk in Osnabrück gelohnt hat – und es ist beeindruckend, was die Angestellten hier seit Anfang 2010 aufgebaut haben!“, so der CDU/FDP-Arbeitskreis. Und die nächste beeindruckende Überraschung ist bereits geplant: Bald sollen in Osnabrück nicht mehr nur Volkswagen gebaut werden: Neben dem bisher produzierten Golf Cabrio soll in naher Zukunft auch der Porsche Boxster aus der Hasestadt rollen und damit ein neues Kapitel in der Osnabrücker Auto-Tradition beginnen.

VW

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